Struts 2 (Basics)


Inhalt:

Konfiguration
Action "GeometricModelAction"
struts.xml
JSP

Dieses Beispiel baut auf der gleichen Logik auf wie die JSP-Beispiel, es existiert also nur eine Web-Anwendung mit minimaler Programmlogik. Bereits durchgeführte Berechnungen werden in der Session gespeichert.

Hier gibt es das Projekt als WAR-Export-Datei: StrutsBasics.war.

Die Seite des Struts-Projekts: http://struts.apache.org/

Ein Struts 2-Tutorial: http://www.roseindia.net/struts/struts2/index.shtml.


Konfiguration

Wir benötigen Struts 2.0.9.
Folgende Dateien müssen in WEB-INF\lib kopiert werden damit die simple Anwendung sich deployen läßt:
Hinweis: das Deploy der Anwendung endet in der Konsolenausgabe so:
16:18:44,532 INFO  [ObjectTypeDeterminerFactory] Setting DefaultObjectTypeDeterminer as default ...
Von den drei Punkten nicht irritieren lassen, das bedeutet nicht dass der Server auf irgendetwas wartet, sondern das Deploy ist wirklich abgeschlossen.


Action "GeometricModelAction"

Zuallererst fügen wir die Struts-Action "GeometricModelAction" zu die die Anwendungslogik enthält.
Ihr Klassenrumpf sieht so aus:
import org.apache.struts2.interceptor.SessionAware;
import com.opensymphony.xwork2.ActionSupport;

public class GeometricModelAction extends ActionSupport implements SessionAware
{
  private Map<String, Object> session;

  @SuppressWarnings("unchecked")
  public void setSession(Map session)
  {
    this.session = session;
  }
  
  ...
} 
Die Parentklasse com.opensymphony.xwork2.ActionSupport markiert die Klasse als Struts-Action, d.h. eine Klasse die bei einem Form-Submit aufgerufen wird. Anmerkung: diese Parentklasse muss nicht zwingend angegeben werden.
Das Interface org.apache.struts2.interceptor.SessionAware wird implementiert damit die Session-Daten als Map mittels der Interface-Methode setSession in die Klasse geschrieben wird. Wir benutzen sie um die Historie der Berechnungen zu speichern.

Jetzt werden der Klasse Properties zugefügt:
  private double dblA = 0;
  private double dblB = 0;
  private double dblC = 0;
  
  private double dblOberflaeche = 0;
  private double dblVolumen = 0;
  
  private Historie historieGesamt = null;
  
  public double getA()
  {
    return dblA;
  }
  public void setA(double dblA)
  {
    this.dblA = dblA;
  }

  public double getB()
  {
    return dblB;
  }
  public void setB(double dblB)
  {
    this.dblB = dblB;
  }

  public double getC()
  {
    return dblC;
  }
  public void setC(double dblC)
  {
    this.dblC = dblC;
  } 

Es gibt get-Properties für die aktuell berechneten Werte sowie die Historie:
  private double dblOberflaeche = 0;
  private double dblVolumen = 0;
  
  private Historie historieGesamt = new Historie();

  public Historie getHistorieGesamt()
  {
    if (this.session == null)
    {
      throw new NullPointerException("session nicht gesetzt !");
    }
    if (this.session.get("historieGesamt") == null)
    {
      this.session.put("historieGesamt", new Historie() );
    }
    this.historieGesamt = (Historie) this.session.get("historieGesamt");
    return this.historieGesamt;
  }
  
  public double getVolumen()
  {
    return this.dblVolumen;
  }
  
  public double getOberflaeche()
  {
    return this.dblOberflaeche;
  } 
getHistorieGesamt hat eine Besonderheit: beim ersten Abrufen innerhalb des Requests wird die Historie aus der Session geholt. Ist dieses nicht vorhanden (erster Aufruf der Seite), so wird es gesetzt. Struts 2 bietet leider keine so eleganten Wege wie JSF, Daten in der Session zu speichern.


Schließlich wird die Methode execute der Basisklasse ActionSupport überladen, die beim Klick auf "Submit" aufgerufen wird und die Berechnung durchführt sowie die aktuelle Berechnung der Historie zufügt.
  public String execute() throws Exception
  {
    //Ausrechnen:
    this.dblVolumen = this.dblA * this.dblB * this.dblC;
    this.dblOberflaeche = 2 * (this.dblA * this.dblB) + 2 * (this.dblA * this.dblC) + 2 * (this.dblB * this.dblC);
    
    //Zufügen zur Historie !
    Seitenlaengen seitenlaengeAktuell = new Seitenlaengen();
    seitenlaengeAktuell.setA(this.dblA);
    seitenlaengeAktuell.setB(this.dblB);
    seitenlaengeAktuell.setC(this.dblC);
    
    //Die Historie per Get-Methode abrufen damit sie bei Bedarf erzeugt wird.
    this.getHistorieGesamt().addSeitenlaenge( seitenlaengeAktuell );

    return Action.SUCCESS;
  } 
Zur Rückgabe einer Execute-Methode wird in der Config-Datei die zugehörige Zielseite deklariert.


Zur Info: falls man auf den eigentlichen Servlet-Request zugreifen will, so muss man das Interface org.apache.struts2.interceptor.ServletRequestAware implementieren, das zu einer Methode setServletRequest führt:
public class GeometricModelAction extends ActionSupport implements ServletRequestAware
{
  private HttpServletRequest request;

  public void setServletRequest(HttpServletRequest httpServletRequest)
  {
    this.request = httpServletRequest;
  }
  
  ...
}
Falls man nur Daten in den Request stecken will, die z.B. auf der Zielseite verfügbar sein sollen, so kann man das Interface org.apache.struts2.interceptor.RequestAware implementieren, das analoy zum Servlet-Request die Attribute in einer Map ablegt.
Vorteil dieser Maps ist, dass dadurch die Actions unabhängig vom Webserver werden, und z.B. in Unit-Tests angesprochen werden können.


struts.xml

Die Konfiguration des Struts-Frameworks erfolgt primär in der Datei "struts.xml". Diese liegt NICHT in WEB-INF, sondern muss ins Verzeichnis "src" (im Eclipse: "Java Resources:src") gepackt werden damit sie beim Compilieren und Deploy in "classes" landet, wo Struts sie sucht.
<!DOCTYPE struts PUBLIC
    "-//Apache Software Foundation//DTD Struts Configuration 2.0//EN"
    "http://struts.apache.org/dtds/struts-2.0.dtd">
<struts>
    <constant name="struts.devMode" value="true"/>
    <package name="strutsbasics" extends="struts-default">
        <action name="geometricmodel" class="de.fhw.swtvertiefung.knauf.strutsbasics.actions.GeometricModelAction">
            <result>/geometricmodel.jsp</result>
            <result name="input">/geometricmodel.jsp</result>
        </action>
    </package>
</struts> 
Hier wird ein Konfigurationspaket deklariert, das seine nicht explizit gesetzten Werte von einer Struts-internen Konfiguration "struts-defaults" erbt und "strutsbasics" heißen soll.
Es wird die Action GeometricModelAction registriert und es wird angegeben zu welcher Seite man von der execute-Methode springen soll. Im Element result gibt man normalerweise den Rückgabewert der execute-Methode an, für die diese Regel gilt. In unserem Fall gibt es nur die Rückgabe "success", dies ist gleichzeitig Default-Wert des Elements. Die Langversion würde so aussehen:
   <result name="success">/geometricmodel.jsp</result>

Mit der Konstantendeklaration "struts.devMode" aktivieren wir den Developer-Modus, der strenger auf z.B. Konfigurationsfehler reagiert und uns zu sauberem Arbeiten zwingt ;-).
Das führt z.B. dazu, dass bei Fehleingaben (Buchstaben in Textfeldern) mit obiger Konfiguration eine Exception fliegt, statt einfach wieder die Eingabeseite anzuzeigen:
No result defined for action de.fhw.swtvertiefung.knauf.strutsbasics.actions.GeometricModelAction and result input
Deshalb wird ein Result namens "input" deklariert ("input" bedeutet hier: "wegen Fehlern in der Seite erneut zur Eingabe springen"). Bei nicht aktiviertem "devMode" springt die Anwendung automatisch zur Seite mit dem fehlerhaften Formular, im "devMode" sind wir gezwungen, diesen Fall sauber zu konfigurieren.
Außerdem führt der "devMode" allgemein zu mehr Konsolenausgaben bei Fehlern, die Struts intern abfängt, deshalb sollte er immer aktiviert werden.


JSP

Wir fügen eine JSP-Seite "geometricmodel.jsp" zu.
Sie sieht so aus:
<?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1" ?>
<%@ page language="java" contentType="text/html; charset=ISO-8859-1"
    pageEncoding="ISO-8859-1"%>
<%@ taglib prefix="s" uri="/struts-tags" %>
<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd">
<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
<head>
<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=ISO-8859-1" />
<title>Test für JSF</title>
</head>
<body>

  <s:form action="geometricmodel">
    <s:if test="volumen > 0.0">
      Volumen: <s:property value="volumen"/> <br/>
      Oberfläche: <s:property value="oberflaeche"/> <br/>
    </s:if>
  
    <s:textfield name="a" label="Kante a"></s:textfield> <br/>
    <s:textfield name="b" label="Kante b"></s:textfield> <br/>
    <s:textfield name="c" label="Kante c"></s:textfield> <br/>
    <br/>
    <s:submit value="Berechnen"></s:submit>
  </s:form>
  
  <%--Historie ausgeben: --%>
  <s:if test="historieGesamt.size > 0">
    Historie:<br/>
    <s:iterator value="historieGesamt.iterator" status="currentStatus">
      <s:property value="#currentStatus.index"/>: a=<s:property value="a"/>, b=<s:property value="b"/>, c=<s:property value="c"/> <br/>
    </s:iterator>
  </s:if>

</body>
</html>

Die Elemente im Einzelnen:



Stand 23.01.2008
Historie:
25.12.2007: Erstellt aus Vorjahresbeispiel, Struts 2.0.11, diverse Verbesserungen in der JSP, keine JSTL mehr
28.12.2007: Statt Interface ServletRequestAware wird SessionAware implementiert.
23.01.2008: Property "struts.devMode" aktiviert und im Zuge dessen das Result "input" der Action in struts.xml deklariert.